Evolution – Warum Biografien

Positionierung – Evolution

Was unter Positionierung verstanden werden kann, geht viel leichter über wahre Geschichten. Wahre Geschichten haben wir genügend. Wir müssen nur auf die Biografien bekannter Menschen zurück greifen.

Warum Biografien?

Biografien zeigen (im Gegensatz zu Autobiografien) den Menschen so, wie er wirklich ist oder war. Mit seinen Ecken und Kanten. Mit seinen Stärken und Schwächen. Sie glorifizieren diesen Menschen nicht, sondern zeigen: Diese Person hat Rückschläge und Probleme als Teil des Lebens akzeptiert. Sie hat das Unglück und auch die Verzweiflung nicht einfach hingenommen.

Daraus resultiert meines Erachtens der zweite Grund: Es geht weniger um Probleme als vielmehr um Möglichkeiten. Die Möglichkeit, trotz aller Probleme einen einzigartigen Lebensweg zu finden. Und drittens sprechen wir hier meist von Persönlichkeiten, die einen außergewöhnlichen Erfolg zu verzeichnen hatten. Wir sehen, auf welche banale Weise das Außergewöhnliche oft zustande gebracht wird. Meist ist es die Verbindung von echter Leidenschaft und (jedenfalls anfänglich) harter Arbeit.

Charles Darwins Jugend

Was wissen wir von Darwin? Nun, er gilt als der Vater der Evolutionstheorie. Jemand, der das Denken der Menschheit auf bahnbrechende Weise verändert hat. Dabei begann sein Leben alles andere als spektakulär: Seine Mutter stirbt, als Charles acht Jahre alt ist. Seine drei älteren Schwestern erziehen ihn.

Sein schulischer Erfolg ist allenfalls mäßig. Viel lieber treibt er sich im Freien herum, wo er Käfer aufspießt und Vogeleier sammelt (die er vorher aus einem Nest nimmt). Er schießt Schnepfen und Rebhühner.

Sein Vater befindet: „Außer Schießen, Hunde und Rattenfangen hast du nichts im Kopf. Du wirst eine Schande für dich und deine ganze Familie.“ Der Vater entscheidet, dass Charles den Arztberuf erlernt. Aber der junge Charles kann das Leiden der Kranken nicht ertragen – zumal damals die Operationen noch ohne Betäubung durchgeführt werden. Er bricht das Studium ab.

Der Vater legt ihm nun nahe, ein Theologiestudium zu beginnen und Geistlicher zu werden. Nach Abschluss dieses Studiums hat er dann zum ersten Mal „Glück“: Er erhält eine Einladung zu einer fünf Jahre dauernden Weltumseglung. Allerdings wird die Reise eine einzige Tortur. Die Kabine misst kaum neun Quadratmeter. Auf dem königlichen Vermessungsschiff Beagle ist kein Platz für irgendwelchen Luxus. Charles wird in dem Moment seekrank, in dem er das Schiff betritt, und bleibt es die ganzen fünf Jahre – sobald er auf See ist. So nutzt er jede Gelegenheit, um an Land zu kommen. Nur hier fühlt er sich wohl. Er wandert umher. Betrachtet, wie schon als Kind, Tiere, Pflanzen und Fossilien.

Evolution

Wohlgemerkt: Seine Leidenschaft ist genau das, was der Vater und die anderen Erzieher verdammen. Die fünfjährige Reise ist zwar beschwerlich, aber dennoch das wichtigste Erlebnis in Darwins Leben. Nach seiner Rückkehr zieht er sich zurück. Er arbeitet an einem großen Werk über die Entstehung der Arten. Er weiß, er muss vorsichtig sein. Denn er stellt nicht nur den Menschen als „Krone“ der Schöpfung infrage, sondern gleich die ganze Schöpfung. Und die Sache mit den Affen ist auch etwas heikel. Welcher Blaublütige hat schon gerne einen haarigen Primaten in seinem Stammbaum?

Wovon soll er inzwischen leben? Er legt eine Liste an, in der er das Für und Wider einer Ehe abwägt. Unter den Nachteilen notiert er: Ausgaben, Sorgen wegen der Kinder, Verantwortung, Einbuße von Arbeitszeit. Vorteile sind: gute Versorgung (seine potenzielle Ehefrau ist außerordentlich vermögend), behagliches Heim mit Musik und Kaminfeuer, weibliches Geplauder …

Darwin trifft eine wichtige Entscheidung, er sagt: „Mein Gott, es ist unerträglich, daran zu denken, ein ganzes Leben nur wie eine geschlechtslose Arbeitsbiene zu verbringen.“ Er heiratet seine Cousine Emma Wedgwood. Darwin erkennt: „Ich denke, du wirst mich vermenschlichen und mich bald lehren, dass es ein größeres Glück gibt, als schweigend und einsam Theorien zu entwerfen und Fakten zu sammeln.“

Emma wird in der Tat Charles’ größter Segen, wie er später sagt. Sein Lebenswerk wäre ohne ihren Beistand undenkbar. Emma und Charles bekommen zehn Kinder. Erstaunlicherweise ist Charles nicht nur ein liebender Gatte, sondern auch ein einfühlsamer Familienvater, der sich rührend um seine Kinder sorgt. Selbst auf den Rückseiten seines Manuskripts „Entstehung der Arten“ finden sich noch heute zu besichtigende Kinderzeichnungen.

Das Leben, das uns entspricht

Darwin findet den für ihn richtigen Lebensentwurf. In ländlicher Abgeschiedenheit kultiviert er seinen Garten und seine Gewächshäuser. Er betreibt Studien an allem, was kreucht und fleucht. Er züchtet Tauben und Orchideen. Er schafft sich also genau das Umfeld, das er für seine Arbeit und sein Leben braucht. Zwar lebt er abgeschieden, aber nicht isoliert. Denn durch seine umfassende Korrespondenz hält Darwin Kontakt zu wissenschaftlichen Informanten. Er schreibt über 14.000 Briefe.

Positionierung

Und Darwin weiß sich zu positionieren. Er wird zu einem meisterhaften Taktiker hinter den Kulissen. Seine revolutionäre Idee bringt er raffiniert und gut getimt unters Volk. Dabei ist ihm allerdings eine Eigenschaft im Weg: Er ist sehr, sehr gründlich. Ein wissenschaftlicher Perfektionist. Seine Theorie soll kein Schnellschuss werden. Jeder Einwand muss vorweggenommen werden.

Sinnierend läuft er Runde um Runde über den Sandweg seines Gartens. Dieser Perfektionismus bewahrt ihn davor, von der Wissenschaft zerrissen zu werden. Aber dann tritt ein glücklicher Zufall ein, der ihn daran hindert, endlos weiter zu schreiben, ohne jemals an die Öffentlichkeit zu gehen. 1858 schickt ihm Alfred Russell Wallace, ein junger Schmetterlingssammler, einen Brief, in dem Darwin seine eigenen Überlegungen der Entstehung der Vielfalt der Arten wiederfindet. Der Brief gleicht Darwins großer Idee bis ins Detail.

Schnell schreibt Darwin seine Theorie von der Abstammung der Arten in einer – wie er selbst sagte – „abscheulichen“ Kurzfassung nieder. Das ist nicht das Werk, das ihm jahrzehntelang vorgeschwebt hat. Aber eben weil es so „kurz“ war, wurde es solch ein Erfolg.

Während der Entwicklung seiner Theorien stirbt Darwins geliebte Tochter, Anne Elisabeth. Darwin sagt: „Wir haben die Freude unseres Hauses und den Trost unseres Alters verloren.“ Was er noch an religiösen Resten gehabt haben mag, schwindet nun ganz. Seine Anne war für ihn ein besonders aufgewecktes und glückliches Kind. Sie hatte ihn bei den täglichen Spaziergängen durch den Garten begleitet.

Darwin bezeichnet sich als Agnostiker. Er kann nicht glauben, vermag aber andererseits die Existenz Gottes nicht ganz in Abrede zu stellen. Mit 73 Jahren stirbt Charles Darwin im Kreise seiner Familie auf seinem Anwesen. Er wird in der Westminster Abbey zur letzten Ruhe gebettet. Neben dem Physiker Isaac Newton. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist Charles Darwin einer der bekanntesten Wissenschaftler der Welt.

Fazit

Es gibt sie, die Lebensentwürfe glücklicher Menschen, die ein erfüllendes und sinnvolles Leben haben und hatten. Es tut gut, solche Biografien zu lesen. Bedenken Sie: Darwin galt als schlechter Schüler. Seine Ungezogenheiten (das Herumstrolchen in der Natur) werden schließlich zu seinem Lebensinhalt, seiner Leidenschaft. Erst der dritte Beruf bringt ihm Erfüllung. Er sah sich nicht als Versager, weil er den Erwartungen seines Vaters nicht entsprach. Er meisterte seine Probleme und veränderte das Weltbild der gesamten Menschheit.

Er hatte den Mut, einen völlig zurückgezogenen Lebensstil zu pflegen. Seine Familie und sein Landhaus bildeten die Insel seines Lebens. Wie wichtig es doch ist, sich selbst zu akzeptieren! Zu seinen Leidenschaften zu stehen. Darin eine Aufgabe zu finden. Oder wie Erasmus von Rotterdam sagte: „Wahres Glück – Der sein zu wollen, der wir sind.“

Mit frischen Alpsee-Grüßen aus dem Allgäu. Nehmen Sie Kontakt auf, wir freuen uns auf Sie!

Ramona Profil neu Hannah Reimer - 1 (1)Ihre Ramona Kramp
Authentizität Coach
In der Hub 5 – D- 87509 Immenstadt am Alpsee im Allgäu
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